1 - 10 | Das Volk Israel am Sinai: Vorbereitungen für den Aufbruch |
11 - 25 | Die Wüstenreise und die Auflehnung des Volkes |
26 - 36 | Vorbereitungen für den Einzug in das Land Kanaan |
Das Volk Israel hätte in 2 bis 3 Jahren im verheißenen Land Kanaan ankommen können. Aber die Israeliten glaubten Gott nicht, dass er sie lebendig in das gute Land bringen könnte. Sie erzürnten Gott durch Götzendienst. Deshalb schickte er sie auf eine jahrelange Wüstenwanderung, um sie zu verändern.
Um Jesus Christus in 4. Mose zu erkennen, müssen wir immer wieder ins Neue Testament schauen. Neben der ehernen Schlange ist das Manna, das den Menschen in der Wüste als Nahrung diente, ein Bild für Christus als dem Brot des Lebens (Joh 6,31-33). Auch der wasserspendende Fels ist ein Bild auf Christus. In seinem Brief an die Korinther schreibt Paulus: „Denn sie tranken aus einem geistlichen Felsen, der ihnen folgte. Der Fels aber war Christus“ (1Kor 10,4).
Empörung Korahs und Murren des Volkes (16-17)
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In fast jedem Kapitel des Buches lesen wir von Auflehnung, Rebellion und Widerstand. In Kapitel 16 wird uns von der „Rotte Korahs“ berichtet, die sich gegen Mose auflehnte:
4Mo 16,3: „Und sie versammelten sich gegen Mose und gegen Aaron und sprachen zu ihnen: Ihr beansprucht zu viel; denn die ganze Gemeinde, sie alle sind heilig, und der HERR ist in ihrer Mitte! Warum erhebt ihr euch über die Gemeinde des HERRN?“
Nachdem Korah, Datan, Abiram und 250 andere in ihrer Rebellion verharrten, reagierte Gott mit zwei deutlichen Zeichen, um seine Heiligkeit und die besondere Stellung des Mose zu verdeutlichen. In Bezug auf Korah, Datan und Abiram heißt es:
4Mo 16,32: „Und die Erde tat ihren Mund auf und verschlang sie samt ihren Familien und alle Menschen, die Korah anhingen, und all [ihre] Habe.“
Von den übrigen 250 Personen lesen wir:
4Mo 16,35: „Und Feuer ging aus von dem HERRN und verzehrte die 250 Männer, die das Räucherwerk darbrachten.“
Während in 3. Mose 9,24 das Feuer des Herrn ausging, um die Brandopfer zu verzehren, geht es hier aus, um diejenigen zu verzehren, die dem Herrn ein unwürdiges Opfer dargebracht haben.
Kapitel 17 berichtet von einer weiteren Auflehnung, die zu einem Gericht mit insgesamt 14.700 Toten führte. In den beiden folgenden Kapiteln gibt Gott wieder Anweisungen für den Levitendienst (Kap. 18) und für die Herstellung eines besonderen Reinigungswassers (Kap. 19).
Wieder hat das Volk kein Wasser und beginnt zu murren. Wieder erscheint die Herrlichkeit des Herrn und gibt folgenden Befehl:
4Mo 20,8: „Nimm den Stab und versammle die Gemeinde, du und dein Bruder Aaron, und redet zu dem Felsen vor ihren Augen, so wird er sein Wasser geben. So sollst du ihnen Wasser aus dem Felsen verschaffen und der Gemeinde und ihrem Vieh zu trinken geben!“
Doch anstatt zu dem Felsen zu reden, schlug Mose ihn zweimal (20,11). Diese Tat, die für uns vielleicht nicht besonders schwerwiegend klingt, hat zur Folge, dass Mose das verheißene Land nicht betreten darf (20,12). Das hat eine geistliche Bedeutung, denn der Fels ist ein Bild für Jesus Christus. Und dieser musste nur einmal (ans Kreuz) geschlagen werden.
Am Ende des Kapitels wird vom Tod Aarons berichtet (20,22-29). Sein Sohn Eleasar wird sein Nachfolger. Zeitlich sind wir mittlerweile im 40. Jahr der Wüstenreise angekommen.
Die eherne Schlange aus Kapitel 21 wurde bereits in der Einleitung erwähnt. Im weiteren Verlauf des Kapitels berichtet Mose von den Königen Sihon und Og. Israel will friedlich durch ihr Land ziehen, um in das verheißene Land zu gelangen. Doch die Könige ziehen gegen Israel herauf und werden von Israel vernichtend geschlagen.
Als der moabitische König Balak von den Siegen Israels hört, bekommt er Angst und wirbt den Seher Bileam gegen Israel an. Bileam hatte offensichtlich Eingebungen von Gott, denn von ihm heißt es: „Wen du segnest, der ist gesegnet, und wen du verfluchst, der ist verflucht“ (22,6).
Bileam lehnt die Einladung Balaks zunächst ab, nimmt sie dann aber doch an. Er macht sich mit seinem Esel auf den Weg zu Balak. Interessant ist der Abschnitt 22,15-41, in dem Gott zuerst dem Esel den Mund öffnet, damit er sprechen kann (22,28). Dann öffnet er Bileam die Augen, so dass er den „Engel des Herrn“ mit dem Schwert in der Hand sehen kann (22,31).
Die Kapitel 23 und 24 berichten von drei Versuchen, das Volk Israel zu verfluchen. Doch Gott lässt es nicht zu, und so segnet Bileam jedes Mal das Volk Israel.
- 1. Segen: 23,7-10
- 2. Segen: 23,18-24
- 3. Segen: 24,3-9
Leider finden die Moabiter einen anderen Weg, um Gottes Volk zu Fall zu bringen.
4Mo 25,1-3: „Und Israel ließ sich in Sittim nieder; und das Volk fing an, Unzucht zu treiben mit den Töchtern der Moabiter, 2 und diese luden das Volk zu den Opfern ihrer Götter ein. Und das Volk aß [mit ihnen] und betete ihre Götter an. 3 Und Israel begab sich unter das Joch des Baal-Peor. Da entbrannte der Zorn des HERRN über Israel.“
Wieder muss Gott sein Volk richten und 24.000 Menschen sterben.
Vorbereitungen für den Einzug ins Land Kanaan (26-36)
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Nach der ersten Volkszählung zu Beginn der 40-jährigen Wüstenreise (Kap. 1; 603.550 Gemusterte) folgt nun die zweite Volkszählung (Kap. 26; 601.730 Gemusterte). Auch wenn die beiden Zahlen fast identisch sind, ist folgendes zu bedenken:
4Mo 26,64-65: "Unter diesen war keiner von denen, die Mose und Aaron, der Priester, musterten, als sie die Kinder Israels in der Wüste Sinai zählten. 65 Denn der HERR hatte von ihnen gesagt: Sie sollen gewisslich in der Wüste sterben! Und es blieb keiner von ihnen übrig, außer Kaleb, der Sohn Jephunnes, und Josua, der Sohn Nuns."
In Kapitel 27 wird Josua zum Nachfolger von Mose eingesetzt. Unter seiner Führung soll das Volk in das verheißene Land einziehen. Nach weiteren Opfer- und Gesetzesbestimmungen (Kapitel 28-30) kommt es in Kapitel 31 zum Krieg gegen die Midianiter. Schon in 25,17 hatte Gott Mose den Auftrag gegeben, gegen die Midianiter zu kämpfen und sie zu vernichten. Nun ist es soweit: 12.000 Kämpfer werden ausgewählt und in den Kampf geschickt. Hier handelt das Volk genau nach der Anweisung des Herrn. Und was geschieht?
4Mo 31,49: "Und [die Befehlshaber] sprachen zu Mose: Deine Knechte haben die Summe der Kriegsleute festgestellt, die unter unserem Befehl gewesen sind, und es fehlt nicht ein Mann von uns."
Zum einen hatten sie keine Verluste zu beklagen, zum anderen war die Beute riesig.
Während der 40-jährigen Wüstenreise lagerte Israel an etwa 40 verschiedenen Orten. Eine genaue Beschreibung der einzelnen Stationen findet sich in Kapitel 33. Im folgenden Kapitel nennt Gott Mose die genauen Grenzen des verheißenen Landes. Ebenso gibt Gott den Auftrag, insgesamt sechs Zufluchtsstädte zu bestimmen (35,9-18). Das sind besondere Städte, in die ein Totschläger fliehen kann, um nicht vom Bluträcher getötet zu werden.
Das Buch schließt mit den Töchtern Zelophchads. Von ihnen war bereits in Kapitel 27 die Rede. Hier wie dort geht es um das Erbrecht, wenn jemand stirbt und keine Söhne hat.
Das Buch 4. Mose ist kein leichtes Buch. Warum hat Gott es trotzdem in den Kanon der Bibel aufgenommen? Eine Antwort auf diese Frage finden wir in einem Vers aus 5. Mose.
5Mo 8,2: „Und du sollst an den ganzen Weg gedenken, durch den der HERR, dein Gott, dich geführt hat diese 40 Jahre lang in der Wüste, um dich zu demütigen, um dich zu prüfen, damit offenbar würde, was in deinem Herzen ist, ob du seine Gebote halten würdest oder nicht.“