1 - 7 | Anweisungen für den Opferdienst |
8 - 10 | Die Einsetzung des Priestertums |
11 - 15 | Vorschriften zur Heiligung des Volkes |
16 | Der große Versöhnungstag |
17 - 22 | Gesetze für den persönlichen Lebenswandel |
23 - 25 | Ordnung des nationalen Lebens |
26 - 27 | Segen und Fluch |
Die Kapitel 1-16 beschäftigen sich mit der Frage: „Wie werde ich heilig?“ Wenn ein Mensch Gemeinschaft mit Gott haben will, ist das nur möglich, wenn seine Sünden bedeckt/vergeben sind. Deshalb war es vor dem endgültigen Opfer Jesu Christi notwendig, dass die Menschen Tieropfer darbrachten. Denn „ohne Blutvergießen geschieht keine Vergebung“ (Hebr 9,22).
Die Kapitel 17-27 geben eine Antwort auf die Frage: „Wie kann ich heilig leben?“ In diesem Teil des Buches finden wir ganz praktische Anweisungen für ein gottgefälliges Leben. So heißt es zum Beispiel „Finger weg von Ehebruch und Okkultismus“.
Die ausdrücklichen Anweisungen Gottes im 3. Buch Mose bezüglich der Opfer weisen auf das endgültige und stellvertretende Opfer Christi hin. Da die Opfer des Volkes die Sünde nur vorübergehend wegnehmen konnten, mussten sie ständig wiederholt werden. Jesus führte ein vollkommenes Leben auf Erden und brachte sich selbst als das endgültige Opfer für die ganze Menschheit dar.
Anweisungen für den Opferdienst (1-7)
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Immer wieder lesen wir in diesem Buch: „Und der Herr rief Mose …“. In den ersten fünf Kapiteln gibt Gott Mose die Anweisungen für den Opferdienst.
- Kapitel 1: Brandopfer
- Kapitel 2: Speisopfer
- Kapitel 3: Friedensopfer
- Kapitel 4: Sündopfer
- Kapitel 5: Schuldopfer
Ziel der Opfer war es nicht, Gott zu bezahlen oder ihm Nahrung zu geben. Es ging auch nicht darum, ihm einen „lieblichen Geruch“ (1,9) zu bringen, weil Gott so gerne Rauch riecht. Vielmehr standen folgende Punkte im Vordergrund:
- Sünd- und Schuldopfer:
- Die Sünde muss bestraft werden. Die Strafe wird auf das Tier gelegt.
- Der Sünder wird versöhnt, es gibt Vergebung (3. Mose 4,26).
- Ansporn zu einem heiligen Leben.
- Friedensopfer:
- Gemeinschaft mit Gott.
- Gemeinschaft mit den „Geschwistern“.
- Brandopfer:
- „Sühnung“ in dem Sinn, dass das Wohlgefallen des Tieres auf den Opfernden übertragen wird (vgl. Eph 1,6-7).
- Tägliches Brandopfer:
- Gott will durch dieses Opfer inmitten der Kinder Israel wohnen.
Jede Sünde verdient Strafe. Das Gesetz sagt, wie man leben soll. Wer das Gesetz bricht, wird bestraft. Welche Strafe dem Menschen auferlegt wird und ob er ein stellvertretendes Opfer darbringen darf, hängt von seiner Gesinnung ab. Deshalb wird unterschieden zwischen „aus Versehen sündigen“ (4,2) und „vorsätzlich sündigen“.
(a) Versehentlich sündigen:
Dies ist vergleichbar mit „sündigen“ in dem Sinne, dass jeder sündigt.
1Joh 1,8: „Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, so verführen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns.“
In diesem Fall gab es, nachdem die Sünde oder Schuld erkannt und Gott bzw. Menschen bekannt wurde, ein Sünd- oder Schuldopfer. Deshalb lesen wir in den Kapiteln 4 (Sündopfer) und 5 (Schuldopfer) insgesamt siebenmal die Aussage „und es wird ihm vergeben werden“.
(b) Vorsätzlich sündigen:
Dies ist vergleichbar mit „in Sünde leben“, d.h. die Gebote Gottes absichtlich und andauernd übertreten. In diesem Fall gibt es kein Opfer für die Sünde.
Hebr 10,26: „Denn wenn wir mutwillig sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, so bleibt für die Sünden kein Opfer mehr übrig.“
4Mo 15,30: „Wenn aber eine Seele vorsätzlich handelt (…), so lästert sie den HERRN. Eine solche Seele soll ausgerottet werden mitten aus ihrem Volk.“
Die Einsetzung des Priestertums (8-10)
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Die Kapitel 8-10 bilden (zusammen mit den Versen 24,10-13) eine Ausnahme im Buch Leviticus. Nur hier finden wir geschichtliche Ereignisse. Zusammen mit den prophetischen Worten des Kapitels 26 sollten diese Abschnitte eine Mahnung an Israel sein, den Aussagen dieses Buches zu folgen.
Nachdem wir in den ersten sieben Kapiteln die Opfer betrachtet haben, kommen wir nun zum Priestertum. Wenn der Sünder ein Opfer nötig hat, so bedarf es eines Priesters, durch dessen Vermittlung der Gläubige das tun kann, was ihm aufgetragen ist. In Christus haben wir heute beides. Er hat sich selbst als vollkommenes Opfer dargebracht, um uns mit Gott in Verbindung zu bringen. Und nun übt er den Dienst des Hohenpriesters aus, durch den diese Beziehung zu Gott aufrechterhalten wird.
In 2Mo 29 haben wir die Anweisungen gelesen, die Gott Mose gab, um Aaron und seine Söhne zum Priesterdienst zu weihen. Nun ist der Augenblick gekommen, in dem diese feierliche Handlung stattfinden soll. Die ganze Gemeinde versammelt sich um das Zelt der Zusammenkunft, und sieht Aaron in seinem schönen und herrlichen Gewand (8,3ff).
In den Kapiteln 8-10 ist oft von „Webopfern“ die Rede. Wenn ein Gegenstand hin und her bewegt wird, kann er gut von allen Seiten betrachtet werden. So dürfen wir auch den Herrn Jesus Christus mit all seinen wunderbaren Facetten vor Gott bringen.
In Kapitel 9 wird das erste Opfer von Aaron und seinen Söhnen dargebracht. Der Schluss des Kapitels zeigt uns, was die Folge ist, wenn die Frage der Sünde geklärt ist: Der Segen Gottes kann über das Volk kommen, die Herrlichkeit Gottes kann offenbar werden.
3Mo 9,23-24: „Und Mose und Aaron gingen in die Stiftshütte hinein. Und als sie wieder herauskamen, segneten sie das Volk. Da erschien die Herrlichkeit des HERRN dem ganzen Volk, 24 und es ging Feuer aus von dem HERRN und verzehrte das Brandopfer und die Fettstücke auf dem Altar. Als das ganze Volk dies sah, jubelten sie und fielen auf ihr Angesicht.“
Im Gegensatz dazu sehen wir in Kapitel 10 die Folgen der Sünde. Denn jedes Mal, wenn Gott den Menschen in eine neue Beziehung stellt, beweist der Mensch seine Unfähigkeit, diese Beziehung aufrechtzuerhalten. Bis zu diesem Zeitpunkt haben wir immer wieder gelesen, dass alles so gemacht wurde, „wie der Herr es Mose geboten hatte“.
Nun aber taten Nadab und Abihu etwas, „das [Gott] ihnen nicht geboten hatte“ (10,1).
3Mo 10,1: „Aber die Söhne Aarons, Nadab und Abihu, nahmen jeder seine Räucherpfanne und taten Feuer hinein und legten Räucherwerk darauf und brachten fremdes Feuer dar vor den HERRN, das er ihnen nicht geboten hatte.“
Kaum zu Priestern geweiht, bringen sie fremdes Feuer, das nicht vom Altar genommen wurde, vor den Herrn. Das harte Gericht, das sie sofort trifft, zeigt uns, wie schwerwiegend es ist, wenn wir nach unserem eigenen Willen handeln und nicht nach den Anweisungen des Wortes Gottes.
3Mo 10,2: „Da ging Feuer aus von dem HERRN und verzehrte sie, sodass sie starben vor dem HERRN.“
Demgegenüber sehen wir am Ende des Kapitels, dass Gott den Unwissenden nachsichtig und gnädig ist (10,16-20). Das gilt auch für diejenigen, die sich unter seine Zucht beugen.
Vorschriften zur Heiligung des Volkes (11-15)
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In den Kapiteln 11-15 spricht Gott erneut zu Mose und gibt ihm eine Reihe von Hygienevorschriften. Zunächst geht es um die Unterscheidung zwischen reinen und unreinen Tieren. Für uns Christen ist nicht mehr entscheidend, was in den Mund hineingeht, sondern was herauskommt (Mark 7,15). Daher hat die Unterscheidung zwischen reinen und unreinen Tieren für den Christen nur noch eine geistliche Bedeutung. In Kapitel 11 finden wir vier Gruppen von Tieren:
- Vierfüßige Tiere
- Merkmale: Wiederkäuen und gespaltene Klauen
- Anwendung: Die Reinheit des Gläubigen hängt davon ab, wovon er sich ernährt und wie er wandelt.
- Fische
- Merkmale: Flossen und Schuppen
- Anwendung: Ohne Flossen kann man sich nicht auf ein Ziel zubewegen und ohne Schuppen kann man sich nicht gegen Angriffe verteidigen.
- Vögel
- Merkmale: Weder Fleischfresser noch Allesfresser
- Anwendung: Wenn wir unserem Geist Nahrung geben, die aus dem Fleisch kommt, oder wenn wir wahllos alles essen, werden wir unweigerlich verunreinigt.
- Kriechende Tiere
- Sie sind ein Bild für die Macht des Bösen und dürfen alle nicht gegessen werden.
Die Kapitel 13 und 14 befassen sich ausführlich mit dem Thema „Aussatz“. Für sich genommen könnte man sich fragen, warum dieses Thema so ausgiebig behandelt wird. Wenn wir aber bedenken, dass Gott den Dingen, die ihm wichtig sind, besonders viel Raum in seinem Wort gibt, dann sollten wir uns mit diesen Kapiteln etwas genauer beschäftigen.
Aussatz war eine schlimme, um sich fressende, ansteckende und schrecklich anzusehende Krankheit, die nicht geheilt werden konnte. Aussatz ist in der Bibel ein Bild für Sünde und Unreinheit. In den Augen Gottes hat die Sünde genau diese Eigenschaften.
Auch Kleidungsstücke (unser äußeres Erscheinungsbild) und Häuser (unser Lebensumfeld) konnten von Aussatz befallen sein. Wenn eine gründliche Reinigung nicht ausreichte, musste das ganze Kleidungsstück verbrannt bzw. das ganze Haus abgerissen werden.