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Bibel-Entdecker-Brief AT – 17 – Richter 1-12

Bibel-Entdecker-Brief AT – 17 – Richter 1-12

Online-Bibelkreis

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01.11.2026 | 20:00–21:30 Uhr

Thema: Lukas-Evangelium

 

 

„Das Volk, das bei dir ist, ist zu zahlreich, als dass ich Midian in seine Hand geben könnte.“

Richter 7,2

– Unsere Herausforderung –

>> Richter 1–12 <<

Gott ist in den Schwachen mächtig


Liebe Bibel-Entdecker,


wieder einmal tun die Kinder Israels, was „böse ist in den Augen des Herrn“. Deshalb gibt Gott sie in die Hand der Midianiter, die sie sieben Jahre lang unterdrücken (6,1). Am Ende dieser sieben Jahre schreien die Kinder Israels zu Gott um Rettung (6,7). Daraufhin beruft Gott Gideon zum Richterdienst.

 

Mit einem Heer von 32.000 Mann zieht Gideon gegen die Midianiter. Doch für Gott ist das Volk zu zahlreich, um die Midianiter in seine Hand zu geben. Zuerst schickt Gideon alle Furchtsamen des Heeres nach Hause, sodass ihm nur noch 10.000 Soldaten bleiben (7,3). Doch auch dieses Heer ist für Gott noch zu groß. Und so führt er sie zum Wasser und stellt sie vor eine merkwürdige Prüfung:


Ri 7,5: „Wer mit seiner Zunge von dem Wasser leckt, wie ein Hund leckt, den stelle gesondert für sich auf; ebenso, wer auf seine Knie fällt, um zu trinken!“


Wer sich die Zeit nimmt, auf die Knie zu fallen, um Wasser zu trinken, wird weggeschickt. Wer aber wie ein Hund das Wasser aufleckt und schnell weiterzieht, bleibt im Trupp. Es bleiben 300 Mann.

Erst jetzt ist Gideons Heer so klein, dass es sich nicht mehr auf seine eigene Kraft verlassen kann. Stattdessen vertraut es ganz auf die Hilfe des Herrn, der den Israeliten einen großen Sieg schenkt.


Vertraust du noch auf deine Kraft und dein Können? Oder erkennst du schon deine Schwachheit und deine Grenzen? Von Paulus stammt die Aussage:


2Kor 12,10: „Denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark.“


Ich wünsche dir eine gesegnete Lektüre.


Holger Volz

– Überblick –

AT-Buch

Kapitel

Abfassung

Verfasser

7

21

1400–1000 v. Chr.

unbekannt

  

Kapitel

Inhalt

1–2

Die Invasion Kanaans

3–16

Die Herrschaft der Richter

17–21

Große Katastrophen

 

  

Die Richter bilden die Brücke zwischen Josua, der das Volk Israel nach Kanaan führte, und den Königen Israels. Sie waren Menschen, die Gott (besonders in Notzeiten) berief und durch seinen Geist befähigte, das Volk politisch und militärisch zu führen. Insgesamt gab es 13 solcher Richter.


Im Buch Josua lernten wir, wie wir unter der Führung Gottes den geistlichen Kampf gewinnen können. Im Buch der Richter erfahren wir, wie wir durch Nachlässigkeit unser Erbteil wieder verlieren können.

 

 


1–2: Die Invasion Kanaans


Im 1. Kapitel merkt der Leser schnell, wie die Kampfkraft des Volkes schwindet. Von „schlugen“ (1,5) und „eroberten“ (1,18) über „vertrieben nicht“ (1,21) und „machte fronpflichtig“ (1,28) geht es schließlich zu „wohnten mitten unter“ (1,33). In 1,34 heißt es sogar: „Die Amoriter drängten die Söhne Dans auf das Bergland zurück“. Das war nicht Gottes Plan!


Ri 2,2: „Ihr aber sollt mit den Einwohnern dieses Landes keinen Bund machen, sondern ihre Altäre niederreißen. Aber ihr habt meiner Stimme nicht gehorcht! Warum habt ihr das getan?“


Weil das Volk diesem Auftrag untreu war, wird es in Kapitel 2 vom „Engel des Herrn“ getadelt. Das Volk weint daraufhin (2,4), doch die militärische Moral sinkt weiter. Wie es zu diesem Kraftverlust kam, sehen wir am „zweiten Anfang“ des Buches (vgl. 1,1 mit 2,6). Dort wird das Prinzip des geistlichen Niedergangs deutlich: Es ist das Prinzip der ersten, zweiten und dritten Generation.


Ri 2,7: „Und das Volk diente dem HERRN, solange Josua lebte und solange die Ältesten da waren, die Josua überlebten, welche alle die großen Werke des HERRN gesehen hatten, die er an Israel getan hatte.“


Leider wiederholt sich dieses Prinzip auch in unserer Zeit immer wieder: Die erste Generation hat die Taten des Herrn gesehen, die zweite Generation hat den Kampf der Eltern gesehen, die dritte Generation hat davon gehört, aber ihr fehlt die Kraft und die Lust, weil sie „den Herrn nicht kannte, noch die Werke, die er an Israel getan hatte“ (2,10).


Das Buch der Richter führt uns den Kreislauf der Sünde immer wieder vor Augen. Die Sünde des Volkes (2,11) führt zum Gericht Gottes (2,14). Das Gericht führt nach einiger Zeit zur Umkehr des Volkes (2,18b). Daraufhin vergibt Gott seinem Volk und rettet es aus der Not (2,18a).


1. Sünde

2. Gericht

3. Buße

4. Rettung / Vergebung


Die Berichte der Richter sind wiederkehrende Beispiele für dieses Prinzip. Immer wieder lesen wir „Die Kinder Israel taten, was böse war in den Augen des Herrn“ (2,11) und „da entbrannte der Zorn des Herrn“ (2,14).


 

 

3–12: Die Herrschaft der Richter (Teil 1)


Otniel (1)


Von Kapitel 3 bis 16 wird von den 13 Richtern berichtet. Dabei zeigt sich wiederholt der Kreislauf der Sünde. Er beginnt mit der Vermischung des Volkes Israel mit den Kanaanitern (3,6). „Da entbrannte der Zorn des Herrn über Israel“ und er führte sein Volk in die Knechtschaft (3,8). Nach acht Jahren schreit das Volk zu Gott um Rettung. Daraufhin erweckt Gott den ersten Richter Otniel und stattet ihn mit seinem Geist aus. Otniel befreit Israel aus der Knechtschaft und schenkt dem Volk 40 Jahre Ruhe (3,7–11).



Ehud (2), Schamgar (3)

 

Aber „die Kinder Israels taten wieder, was böse war in den Augen des Herrn“ (3,12). Wieder schickt Gott sein Volk in die Knechtschaft. Diesmal müssen sie 18 Jahre lang den Moabitern dienen. Als das Volk am Ende dieser Zeit zu Gott schreit, erweckt er den zweiten Richter: Ehud. Dieser tötet den König der Moabiter und besiegt die Moabiter anschließend militärisch. Diesmal erlebt Israel 80 Jahre Ruhe (3,12–30).

 

Als dritten Richter erweckt Gott Schamgar (3,31). Er schlägt die Philister mit einem „Rinderstachel“, einem scharfen, spitzen Werkzeug, um Ochsen anzutreiben.



Debora (4), Gideon (5)


Kapitel 4 berichtet von der Richterin Debora. Sie erscheint, nachdem die Kinder Israels „wieder taten, was böse war in den Augen des Herrn“ (4,1). Der Herr muss sie für zwanzig Jahre in die Knechtschaft des Königs von Hazor schicken, bis sie wieder zu ihm umkehren. Debora beauftragt daraufhin Barak, nach Norden zu ziehen und Siseras Heer anzugreifen. Barak erringt einen großen Sieg, doch Sisera, der gegnerische Heerführer, gelingt die Flucht. Er flieht in das Zelt von Jael, der Frau Hebers, da er annimmt, sie sei auf seiner Seite. Wie hat er sich da geirrt! Jael bittet Sisera zunächst, bei ihr zu bleiben und sich auszuruhen. Als er eingeschlafen ist, rammt sie ihm einen Zeltpflock durch die Schläfe, sodass er auf der Stelle stirbt. Durch diesen Sieg verschafft Debora den Israeliten 40 Jahre Ruhe (5,31). Kapitel 5 enthält das zu Ehren dieses Sieges gedichtete Lied. Ganz am Ende dieses Liedes heißt es:

 

Ri 5,31: „Die aber Ihn lieben, sollen sein wie die Sonne, wenn sie aufgeht in ihrer Macht!“


Im nächsten Kapitel müssen wir jedoch lesen, dass Israel wieder tut, „was böse ist in den Augen des Herrn“ (6,1). Diesmal lässt Gott sie sieben Jahre lang von den Midianitern unterdrücken. Die Unterdrückung ist besonders hart, da die Midianiter immer wieder ins Land einfallen, die Ernte vernichten und das Vieh mitnehmen. Am Ende dieser Zeit kehrt das Volk zu Gott zurück (6,7). Durch den „Engel des Herrn“ beruft Gott Gideon mit den Worten: „Du sollst Israel aus der Hand der Midianiter erretten!“ (6,14).


Doch Gideon ist noch jung und unsicher. Wie alle Israeliten fragt er sich, warum Gott keine Wunder mehr tut. Hat Gott sein Volk im Stich gelassen (6,13)? Zu diesem Zeitpunkt weiß Gideon noch nicht, welche zwei großen Taten Gott durch ihn vollbringen wird. Die erste wird in seinem Dorf, die zweite im Lager der Midianiter geschehen. Vor beiden Taten wird Gott Gideon ein deutliches Zeichen geben, um ihn zu ermutigen. Vom ersten Zeichen lesen wir, als Gideon dem Herrn ein Opfer bereitet.

 

Ri 6,21: „Da streckte der Engel des HERRN die Spitze des Stabes aus, den er in der Hand hatte, und berührte damit das Fleisch und das ungesäuerte Brot. Da stieg Feuer auf von dem Felsen und verzehrte das Fleisch und das Ungesäuerte. Und der Engel des HERRN verschwand vor seinen Augen.“

 

Nun fordert Gott Gideon auf, den Altar des Baal seines Vaters und das Aschera-Standbild niederzureißen (6,25). Aus Furcht vor den Leuten der Stadt tut er dies bei Nacht. Als die Leute am nächsten Morgen das Ergebnis sehen, wollen sie Gideon töten. Doch sein Vater, der offenbar auch ein Anhänger Baals ist, rettet ihn durch eine kluge Aussage:

 

Ri 6,31: „Ist [Baal] Gott, so soll er einen Rechtsstreit für sich selbst führen, weil sein Altar niedergerissen ist!“

 

Danach gibt Gott Gideon den Auftrag, Israel aus der Hand der Midianiter zu befreien. Wieder ist Gideon völlig überfordert, wird aber durch ein zweites Zeichen Gottes gestärkt.

 

Ri 6,37: „Siehe, so will ich ein Wollvlies auf die Tenne legen. Wenn der Tau nur auf dem Vlies sein, der ganze Boden ringsum aber trocken bleiben wird, so werde ich erkennen, dass du Israel durch meine Hand erretten wirst, wie du gesagt hast.“

 

Ri 6,39: „Dein Zorn entbrenne nicht gegen mich, dass ich nur noch einmal rede; (…) Das Vlies allein soll trocken bleiben und Tau liegen auf dem ganzen übrigen Boden!“

 

Gott erhört beide Bitten und so macht sich Gideon mit dem ganzen Volk auf den Weg zum Heerlager der Midianiter. Von der Reduzierung des Heeres von 32.000 auf 300 Mann haben wir in der Einleitung gelesen. Diese 300 Mann teilt Gideon in drei Abteilungen ein, stellt sie an den Rand des Heerlagers und gibt ihnen Schopharhörner, leere Krüge und brennende Fackeln in die Hand. Mitten in der Nacht „stießen alle drei Abteilungen in die Hörner und zerbrachen die Krüge“, bleiben aber an ihrem Platz stehen (7,20). In diesem Augenblick geht Gott selbst durch das Lager der Midianiter und richtet Schwert gegen Schwert, bis fast niemand mehr übrig ist.



Abimelech (6), Tola (7), Jair (8) und Jephtah (9)


Von Gideon lesen wir, dass er 70 Söhne hatte. Einer davon ist Abimelech. Dieser wollte Gideons Nachfolger werden und tötete deshalb seine Brüder – bis auf Jotam, der sich verstecken konnte (9,1–6). Gott führt es so, dass Abimelech schließlich von einer Frau getötet wird.


Ri 9,53: „Aber eine Frau warf den oberen Stein einer Handmühle dem Abimelech auf den Kopf und zerschmetterte ihm den Schädel.“


Nach Abimelech richtet Tola Israel 23 Jahre lang (10,1–2). Mehr wird über Tola nicht berichtet. Nach Tola richtet Jair Israel 23 Jahre lang (10,3–5). Auch sein Leben wird nur kurz geschildert.

 

Der nächste Richter, Jephtah, wird hingegen ausführlicher beschrieben. Nachdem die Israeliten wegen ihres Götzendienstes (10,6) in die Hände der Ammoniter gefallen waren (10,7), kehrten sie nach 18 Jahren zu Gott um und taten „die fremden Götter von sich“ (10,16). Daraufhin erweckte Gott Jephtah.


Er wird als Gileaditer, tapferer Held und Sohn einer Hure beschrieben. Von seinen eigenen Landsleuten verstoßen, war er ins Land Tob (wahrscheinlich Syrien) gezogen, wo er zum Anführer einer Bande von Gesetzlosen oder verzweifelten Rebellen wurde. Die Ältesten von Gilead bitten Jephtah nun, das Heer Israels gegen die Ammoniter anzuführen. Sie versprechen ihm, ihn als ihren Anführer anzuerkennen, wenn er den Feind besiegt.


Einige Eigenschaften Jephtahs erinnern an Jesus: Auf seiner Geburt lag ein Schatten und er wurde von seinen Brüdern abgelehnt. Als das Volk in Knechtschaft geriet, erinnerte es sich an ihn und rief ihn als Retter an. Als Jephtah sich bereit erklärte, den Gileaditern zu helfen, wurde er ihr Retter. Doch er bestand darauf, auch ihr Herr zu werden.

 

Zunächst schickte Jephtah Boten zum König von Ammon, um den Krieg zu verhindern. Doch der König der Ammoniter hörte nicht auf das, was Jephtah ihm sagen ließ. Bevor Jephtah in die Schlacht zog, legte er ein voreiliges Gelübde ab:

Ri 11,30-31: „Wenn du die Ammoniter in meine Hand gibst, 31 so soll das, was zu meiner Haustür heraus mir entgegenkommt, wenn ich in Frieden von den Ammonitern zurückkehre, dem HERRN gehören, und ich will es als Brandopfer darbringen!“


Der Herr schenkte ihm den Sieg über die Ammoniter. Als er zurückkehrte, begegnete ihm jedoch als Erstes seine Tochter. Daher opferte Jephtah seine Tochter dem Herrn. Es ist aber nicht davon auszugehen, dass er sie tatsächlich als Brandopfer darbrachte (was dem Gesetz widersprochen hätte), sondern dass sie dem Herrn als jungfräuliche Dienerin für das Heiligtum geweiht wurde. Diese Auslegung wird durch die Verse 11,37–39 bestätigt. Wie dem auch sei, die Lehre für uns heute ist, dass wir niemals voreilige Versprechungen machen sollten.



Ibzan (10), Elon (11), Abdon (12) und Simson (13)


Am Ende von Kapitel 12 werden die Richter Ibzan (12,8–10), Elon (12,11–12) und Abdon (12,13–15) noch kurz erwähnt. Ab Kapitel 13 geht es mit dem bekannten Richter Simson weiter. Mit ihm werden wir uns im nächsten Rundbrief beschäftigen.‍‍

 – Kurzvideo –

– Online-Bibelkreis –

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