1–5: Einzug ins verheißene Land |
Zu Beginn des Buches sehen wir, wie Josua in die Fußstapfen von Mose tritt. Gott spricht zu Josua, stärkt ihn und gibt ihm den Auftrag, in das verheißene Land einzuziehen (1,2). Dabei soll er beständig die fünf Bücher Mose befolgen und „Tag und Nacht darin forschen“ (1,8). Anschließend wendet sich Josua an die Vorsteher des Volkes und trifft Vorbereitungen für die Überquerung des Jordan.
Er schickt zwei Kundschafter aus, um das Land und vor allem die große Stadt Jericho auszukundschaften. Doch statt das Land zu erkunden, müssen sie sich bei der Hure Rahab verstecken und vor den Soldaten der Stadt fliehen. Trotzdem war dieser Misserfolg ein voller Erfolg. Denn als sie zurückkamen, konnten sie sagen:
Jos 2,24: „Der HERR hat das ganze Land in unsere Hand gegeben; auch sind alle Einwohner des Landes verzagt vor uns!“
Und wieder wird Josua in seinem Tun bestärkt. Auch Rahab wird belohnt, weil sie auf Gott vertraut hat. Sie und ihre Familie sind später die einzigen, die die Eroberung Jerichos überleben. Nun beginnt der letzte Aufbruch des Lagers der Israeliten. Wie schon beim Durchzug durch das Rote Meer erleben sie auch hier ein Wunder Gottes.
Jos 3,13: „Wenn dann die Fußsohlen der Priester, welche die Lade des HERRN, des Herrn der ganzen Erde, tragen, im Wasser des Jordan stillstehen, so wird das Wasser des Jordan, das Wasser, das von oben herabfließt, abgeschnitten werden, und es wird stehen bleiben wie ein Damm.“
Zuerst steigen die Priester mit der Bundeslade ins Wasser des Jordan. Danach kann das ganze Volk trockenen Fußes den Jordan durchqueren. Dieses Wunder erscheint umso größer, wenn man bedenkt, dass zu dieser Zeit Hochwasser war und der Jordan überall über die Ufer trat (3,15).
Bevor es zu den ersten Kampfhandlungen kommt, werden in Kapitel 4 zwei Denkmäler errichtet. Sie sollen künftige Generationen daran erinnern, wie Gott das Wasser des Jordan abgeschnitten hat.
Kapitel 5 berichtet von den Ereignissen in Gilgal, dem ersten Lager der Israeliten in Kanaan.
- Dort wurden die Männer beschnitten (5,2–9).
- Dort feierten sie das erste Passah in Kanaan (5,10).
- Dort hörte das Manna auf (5,11–12).
- Dort begegnete Josua dem Oberbefehlshaber des Heeres des Herrn, Jesus Christus (5,13-15).
Durch die Beschneidung und das Passah rief der Herr sein Volk in die Beziehung zu ihm zurück. Beide Handlungen waren in der Wüste vernachlässigt worden. Die Beschneidung ist ein Zeichen des Bundes zwischen Gott und Abraham. Gott erfüllt seine bedingungslose Verheißung an Israel, indem er ihnen das Land gibt (1Mo 15,18–21). Das Passah ist eine Erinnerung an die Erlösung. Gott hatte sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten erlöst und befreit.
| 6–12: Eroberung des Landes |
Nach der Beschneidung und dem Passah ist das Volk Israel bereit, das Land zu erobern. Die erste große Festung, die eingenommen werden soll, ist Jericho. Doch der Angriff verläuft anders als üblich. Sechs Tage lang soll das Volk die Stadt täglich umrunden. Am siebten Tag sollen sie die Stadt sogar siebenmal umrunden. Dann sollen die Hörner geblasen und das Kriegsgeschrei angestimmt werden.
Jos 6,20: „Da erhob das Volk ein Kriegsgeschrei, und [die Priester] stießen in die Schopharhörner. Als nun das Volk den Schall der Hörner hörte und ein großes Kriegsgeschrei erhob, da stürzte die Mauer in sich zusammen, und das Volk drang in die Stadt ein, jeder gerade vor sich hin. So nahmen sie die Stadt ein.“
Doch so groß dieser Sieg auch war, so schwerwiegend war die dabei begangene Sünde.
Jos 7,1: „Aber die Kinder Israels vergriffen sich an dem Gebannten; denn Achan (…) nahm etwas von dem Gebannten. Da entbrannte der Zorn des HERRN über die Kinder Israels.“
Diesen Zorn bekamen die Israeliten beim Angriff auf die Stadt Ai zu spüren. Josua zog mit 3.000 Mann gegen die Stadt, wurde aber von den Männern aus Ai geschlagen, sodass 36 Israeliten fielen. Solange Sünde unter ihnen war, konnten sie das Land nicht erobern (7,11–12). Josua sollte durch das Los feststellen, wer die Sünde begangen hat. Das Los fiel auf Achan, der sofort gestand (7,20–21). Zuerst hat er etwas von dem Gebannten gesehen, dann hat er sich danach gelüstet, dann hat er es genommen und schließlich hat er es versteckt. So ist es oft mit der Sünde in unserem Leben (vgl. Adam und Eva mit der verbotenen Frucht). Achan war für den Tod von 36 Israeliten verantwortlich. Als Strafe wurde er vom Volk gesteinigt.
Nachdem sich das Volk auf diese Weise geheiligt hatte, konnte der zweite Angriff auf die Stadt Ai erfolgreich durchgeführt werden. Ähnlich wie beim ersten Mal zogen sie gegen die Stadt, diesmal jedoch mit 30.000 Kämpfern und einem Hinterhalt (Kapitel 8). Am Ende des Kapitels wird beschrieben, wie Josua auf dem Berg Ebal einen Altar baut, so wie es Mose geboten hatte. Es ist wichtig, sich immer wieder auf Gott auszurichten.
Gerade noch stand Josua der Feind in Form von zwei großen und mächtigen Städten gegenüber. Jetzt greift der Feind mit einer List an. Die Einwohner von Gibeon wohnen nur drei Tagesreisen von Israel entfernt und gehören somit zu den Völkern, an denen die Israeliten den Bann vollstrecken sollen. Als eine Abordnung von ihnen zu Josua kommt, geben sie jedoch vor, aus einem fernen Land zu kommen.
Jos 9,14–15: „Da nahmen die Männer [Israels] von ihrer Speise, aber den Mund des HERRN befragten sie nicht. 15 Und Josua machte Frieden mit ihnen und schloss einen Bund mit ihnen, dass sie am Leben bleiben sollten; und die Obersten der Gemeinde schworen ihnen.“
Wenig später erkannte Josua den Betrug, aber es war zu spät (9,17). Deshalb schlugen die Israeliten die Gibeoniter nicht, sondern machten sie zu Holzfällern und Wasserschöpfern (9,27).
Die Kapitel 10 und 11 schildern, wie Josua zuerst die Amoriter besiegt und dann die südliche und nördliche Hälfte Kanaans erobert. Auslöser der Kämpfe waren fünf Könige der Amoriter, die sich verbündeten und gemeinsam gegen Gibeon zogen. Da nun der Bündnisfall eingetreten war, musste Israel seine neuen Verbündeten unterstützen. Josua tat dies und wurde dafür von Gott gesegnet.
Jos 10,10–11: „Und der HERR erschreckte sie vor Israel und schlug sie in einer großen Schlacht bei Gibeon; (…) 11 Und es geschah, als sie vor Israel flohen und am Abhang von Beth-Horon waren, da ließ der HERR große Steine vom Himmel auf sie fallen bis Aseka, sodass sie starben; und die Zahl derer, die durch die Hagelsteine starben, war größer als die Zahl derer, welche die Söhne Israels mit dem Schwert umbrachten.“
Und noch ein weiteres Wunder finden wir in Kapitel 10, denn Gott erhört die Bitte Josuas: „Sonne, stehe still in Gibeon, und du, Mond, im Tal Ajalon!“ (Jos 10,12). Und so geschah es, „dass die Sonne still stand und der Mond stehen blieb, (…) beinahe einen ganzen Tag“.
Am Ende von Josuas Feldzug lesen wir das folgende Zeugnis Gottes über ihn:
Jos 11,15: „Wie der HERR seinem Knecht Mose geboten hatte, so hatte Mose dem Josua Anweisung gegeben, und genau so tat es Josua; er ließ nichts ungetan von all dem, was der HERR dem Mose geboten hatte.“
Mögen auch wir in unserem Leben den Weisungen Gottes folgen und nicht ständig nach rechts oder links abweichen!