Erste Rede: Die Reise zum Land (1–4) |
Die ersten vier Kapitel sind ein Rückblick. Mose erinnert das Volk an den bisherigen Weg. Am Passahfest vor 40 Jahren hat Gott das Volk Israel aus der Sklaverei in Ägypten befreit. Danach lagerte das Volk ein Jahr lang am Berg Horeb, wo Mose von Gott das Gesetz erhalten hatte. Von dort aus sollte die Reise in das verheißene Land beginnen.
Doch als die Kundschafter von Riesen und befestigten Städten berichteten, rebellierte das Volk und wollte nach Ägypten zurückkehren (1,27). Daraufhin wurde Gott zornig über das Volk und brachte Gericht über die ganze damalige Generation.
5Mo 1,35: „Keiner von den Männern dieser bösen Generation soll das gute Land sehen, das ich euren Vätern zu geben geschworen habe!“
So zog das Volk 38 Jahre durch die Wüste und kam schließlich an die Grenzen Moabs (2,14). Durch Gottes Gnade besiegte das Volk die Könige Sihon und Og, ohne eigene Verluste zu erleiden. Damit hatte Israel große Gebiete östlich des Jordans erobert, die später an die Stämme Ruben, Gad und Manasse fielen (3,16). Hier, am Ostufer des Jordans, standen sie nun bereit, das verheißene Land Kanaan (das zwischen Mittelmeer und Jordan lag) zu erobern.
| Zweite Rede: Die Reinheit im Land (5–28) |
In Kapitel 5 beginnt Mose eine zweite Rede an das Volk Israel. Zunächst wiederholt er die Zehn Gebote, die Gott dem Volk Israel in 2. Mose 20 gegeben hat. Bevor er auf weitere Gesetze eingeht, will er zunächst etwas Grundsätzliches ansprechen:
5Mo 6,4–5: „Höre Israel, der HERR ist unser Gott, der HERR allein! 5 Und du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft.“
Gott will keine sture Befolgung von Geboten, sondern Gemeinschaft mit seinem Volk. Er liebt sein Volk und will auch von ihm geliebt werden. Gott will keine Heuchelei, sondern echte Hingabe.
Dann kommt Mose auf das Thema „Reinheit“ zu sprechen. Die Israeliten sollen über den Jordan ziehen und sieben Völker vernichten (7,2). Mose warnt das Volk eindringlich davor, sich mit diesen Heidenvölkern zu vermischen. Um diese Völker (Hetiter, Girgasiter, Amoriter, Kanaaniter, Perisiter, Hewiter und Jebusiter) für ihre unaussprechlichen Sünden zu bestrafen und Israel vor Verunreinigung zu schützen, bestimmt Gott, dass sie vollständig vernichtet werden müssen.
Kapitel 8 bis 11: Lehren aus der Vergangenheit
Kapitel 8: Ermahnung zur Dankbarkeit
Während der Wüstenwanderung konnte sich das Volk Israel nicht selbst helfen. Gott versorgte es und führte es durch die Wüste. Die Erinnerung an diese Erfahrung sollte das Volk davor bewahren, auf seine eigenen Erfolge stolz zu sein (8,1–20).
Kapitel 9: Erinnerung an Israels Versagen
Die Israeliten sollten den Erfolg, den sie bei den bevorstehenden Eroberungen haben würden, nicht als Zeichen der göttlichen Anerkennung ihrer Gerechtigkeit betrachten. Schließlich hatte sich Israel bei vielen Gelegenheiten als widerspenstig und ungehorsam erwiesen.
Kapitel 10: Der wahre Gottesdienst und das Wesen Gottes
5Mo 10,12–13: „Und nun, Israel, was fordert der HERR, dein Gott, von dir, als nur, dass du den HERRN, deinen Gott, fürchtest, dass du in allen seinen Wegen wandelst und ihn liebst und dem HERRN, deinem Gott, dienst mit deinem ganzen Herzen und deiner ganzen Seele, 13 indem du die Gebote des HERRN und seine Satzungen hältst, die ich dir heute gebiete, zum Besten für dich selbst?“
5Mo 10,17–18: „Denn der HERR, euer Gott, Er ist der Gott der Götter und der Herr der Herren, der große, mächtige und furchtgebietende Gott, der die Person nicht ansieht und kein Bestechungsgeschenk annimmt, 18 der der Waise und der Witwe Recht schafft und den Fremdling lieb hat, sodass er ihm Speise und Kleidung gibt.“
Kapitel 11: Segen und Fluch
Nachdem Mose das Wesen Gottes und den wahren Gottesdienst erklärt hat, stellt er das Volk vor die Wahl: Segen für Gehorsam oder Fluch für Ungehorsam.
5Mo 11,26–28: „Siehe, ich lege euch heute den Segen und den Fluch vor: 27 den Segen, wenn ihr den Geboten des HERRN, eures Gottes, gehorsam seid, die ich euch heute gebiete; 28 den Fluch aber, wenn ihr den Geboten des HERRN, eures Gottes, nicht gehorsam sein werdet und von dem Weg, den ich euch heute gebiete, abweicht, sodass ihr anderen Göttern nachfolgt, die ihr nicht kennt.“
Kapitel 12 bis 16: Der Blick auf das Land Kanaan
Ab Kapitel 12 richtet sich der Blick auf das Land Kanaan. Es geht um die Zerstörung der Götzenbilder (12,3) sowie um einen bestimmten Ort, an dem die Opfer für Gott dargebracht werden sollen (12,5–10). Gott weiß im Voraus, dass falsche Propheten auftreten werden, die das Volk zur Sünde verführen wollen. Deshalb warnt er eindringlich vor solchen Propheten und der Verführung zum Götzendienst (Kapitel 13).
In den Kapiteln 14 und 15 weist Mose auf verschiedene Bestimmungen hin: Speisevorschriften (14,3–21), das Geben des Zehnten (14,22–29), das Erlassjahr (15,1–11) sowie den Umgang mit Schuldnern und Sklaven (15,12–18).
In Kapitel 16 werden drei große Feste Israels erwähnt: das Passahfest, das Wochenfest (Pfingsten) und das Laubhüttenfest. Zu diesen Festen mussten alle Männer Israels zum zentralen Heiligtum reisen. Der Zweck war folgender:
- Um das Volk Gottes von den anderen Völkern zu unterscheiden.
- Um die Erinnerung an die Gnade Gottes wachzuhalten.
- Um das Volk Gottes im heiligen Gottesdienst zu vereinen.
Das Passahfest (16,1–8) sollte das Volk Gottes an das Erlösungswerk Gottes erinnern. Das Wochenfest (Pfingsten) begann mit den Erstlingen der Weizenernte und symbolisiert die Gabe des Heiligen Geistes. Das Laubhüttenfest fand am Ende der Erntesaison statt und blickte auf die Zeit voraus, in der Israel unter der Herrschaft Christi wieder im Land versammelt sein wird.
Passah, Pfingsten und Laubhüttenfest sind im Neuen Testament Bilder der Erlösung:
- durch das Leiden am Kreuz (Passah)
- durch das Kommen des Heiligen Geistes (Pfingsten)
- durch den endgültigen Sieg des kommenden Königs (Laubhüttenfest)
Mit den Kapiteln ab 5. Mose 17 werden wir uns im nächsten Rundbrief beschäftigen.