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Bibel-Entdecker-Brief AT – 08 – 2. Mose (Exodus) 19-40

Bibel-Entdecker-Brief AT – 08 – 2. Mose (Exodus) 19-40

Online-Bibelkreis

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23.08.2026 | 20:00–21:30 Uhr

Thema: Lukas-Evangelium

 

 

Und sie sollen mir ein Heiligtum machen, damit ich in ihrer Mitte wohne!

2. Mose 25,8

Unsere Herausforderung

>> 2. Mose (Exodus) 19-40 <<

Das Zelt Gottes bei den Menschen


Liebe Bibel-Entdecker,


das Zelt Gottes stand nicht auf einem Campingplatz, aber dennoch zwischen vielen Zelten. Es waren Tausende von Zelten. Keine Zelte in frischen, bunten Farben, sondern graue und schwarze Zelte eines Nomadenvolkes in der Wüste. Und es war kein kleines Völkchen oder ein Stamm, sondern ein großes Volk mit zwölf Stämmen, bestehend aus mehreren Millionen Menschen.


Jedes Mal, wenn sie weiterzogen, bildeten sie einen riesigen Zug: Männer, Frauen, Kinder und alles Vieh. Dort, wo sie ihre Zelte aufschlugen, entstand ein riesiges Feldlager, das immer exakt im Viereck angelegt war: drei Stämme an der Ostseite, drei Stämme an der Südseite, drei Stämme an der Westseite und drei Stämme an der Nordseite.


In der Mitte des Lagers stand dieses Haus aus Gold und Teppichen. Das war das Haus Gottes. Eigentlich passten sie gar nicht zusammen: die schwarzen Zelte und das schöne Haus; auch nicht diese Menschen und der heilige Gott. Denn was wohnte da alles in den Zelten!


Jede Familie hatte ihre Sorgen und Nöte, wahrscheinlich auch ihren Zank und Streit. Wenn wir doch nur einmal in die Zelte hineinschauen und zuhören könnten! Wenn wir doch nur in jedes Herz schauen könnten! Was würden wir sehen? Genau dasselbe wie in unseren eigenen Herzen: Eigennutz, Ehrsucht, unreine Gedanken, Lieblosigkeit, manchmal sogar Hass.


Mit diesen Gedanken aus dem Buch „Das Heiligtum – und der Weg zu Gott“ (CSV-Verlag) wollen wir den zweiten Teil des Buches Exodus beginnen. Begleiten wir das Volk Israel auf seinem Weg durch die Wüste Sinai und vor allem bei seiner Begegnung mit dem lebendigen Gott am Berg Horeb.


Ich wünsche dir eine gesegnete Lektüre.


Holger Volz

– Überblick –

AT-Buch

Kapitel

Abfassung

Verfasser

2

40

ca. 1450 v. Chr.

Mose

  

Kapitel

Inhalt

1–11

Berufung des Mose

12–18

Befreiung Israels aus der Gefangenschaft

19–24

Gottes Bund mit Israel

25–31

Beschreibung der Stiftshütte

32–34

Sünde – Fürbitte  Gnade  Erneuerung des Bundes

35–40

Bau und Einweihung der Stiftshütte

 

  

Ab Kapitel 19 steht der Bund Gottes mit Israel im Mittelpunkt. Gott will inmitten seines Volkes wohnen. Dazu braucht es einen Bund mit Gesetzen und Regeln. Leider hat das Volk Israel diesen Bund gleich wieder gebrochen. Durch die Umkehr des Volkes erneuert Gott seinen Bund. Ab Kapitel 25 werden die Stiftshütte (das Zelt Gottes bei den Menschen“) und der Priesterdienst ausführlich beschrieben. Diese Beschreibung weist auf den Dienst des Herrn Jesus für uns und auf unseren Dienst für Gott hin. Dies alles wird im 3. Buch Mose (Levitikus) weiter erläutert.


Das Gesetz als Spiegel
Wenn wir schmutzig sind und uns im Spiegel betrachten, werden wir wahrscheinlich feststellen, dass wir schmutzig sind. Der Spiegel hilft uns jedoch nicht, den Schmutz loszuwerden. Der Spiegel an sich ist gut, denn er zeigt uns, was schlecht ist. Mehr kann er nicht tun. Das Gesetz ist ebenfalls gut und heilig. Aber es kann uns nicht dabei helfen, auch nur ein bisschen besser oder sauberer zu werden.

 

Der Kern des Buches
Das wichtigste Thema in 2. Mose ist das Blut des Lammes. Das geschlachtete Lamm war die Grundlage für die Befreiung Israels (Kap. 12) und die Grundlage dafür, dass Gott inmitten seines Volkes wohnen kann (Kap. 29,38–46).


2Mo 12,7+13:Und sie sollen von dem Blut nehmen und damit beide Türpfosten und die Oberschwellen der Häuser bestreichen, in denen sie essen. 13 (…) und wenn ich das Blut sehe, dann werde ich verschonend an euch vorübergehen; und es wird euch keine Plage zu eurem Verderben treffen, wenn ich das Land Ägypten schlagen werde.


2Mo 29,38+43–45:Das ist es aber, was du auf dem Altar opfern sollst: Zwei einjährige Lämmer sollst du beständig [darauf opfern], Tag für Tag; 43 und ich werde dort zusammenkommen mit den Kindern Israels, und [die Stiftshütte] soll geheiligt werden durch meine Herrlichkeit. 44 Und ich will die Stiftshütte heiligen samt dem Altar; und ich will mir Aaron und seine Söhne heiligen, damit sie mir als Priester dienen. 45 Und ich will in der Mitte der Kinder Israels wohnen, und ich will ihr Gott sein.




Gottes Bund mit Israel (19–24)


Das Volk Israel wanderte etwa drei Monate durch die Wüste, bis es am Berg Horeb ankam. Während das Volk unten im Tal lagerte, stieg Mose „hinauf zu Gott“ (19,3). Zunächst richtete Gott einleitende Worte an Mose. Gott wollte mit dem Volk Israel einen Bund schließen.


Die Bedingung dafür war, dass sie die Gebote und Rechtsbestimmungen Gottes hielten. Wenn sie diese Bedingungen einhalten würden, versprach Gott ihnen zweierlei:


2Mo 19,5b:Ihr sollt vor allen Völkern mein besonderes Eigentum sein.

2Mo 19,6:Ihr aber sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein!


Diese Aussage findet sich übrigens auch im Neuen Testament, wo sie an die Gemeinde Christi gerichtet ist:


1Pet 2,9:Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk, ein Volk des Eigentums (…)


Nach diesen einleitenden Worten gibt Gott Mose in Kapitel 20 die Zehn Gebote:

  1. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben!
  2. Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen!
  3. Du sollst den Namen des Herrn nicht missbrauchen!
  4. Du sollst den Sabbat halten!
  5. Du sollst Vater und Mutter ehren!
  6. Du sollst nicht töten!
  7. Du sollst nicht ehebrechen!
  8. Du sollst nicht stehlen!
  9. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden!
  10. Du sollst nicht begehren!


Würden sich die Menschen heute wenigstens an diese zehn Gebote halten, bliebe uns viel Leid erspart! In den Kapiteln 21 bis 24 finden sich noch viele weitere Rechtsbestimmungen, an die sich die Israeliten halten sollten. Vom Umgang mit Sklaven über Totschlag und Schadenersatz bis hin zu Diebstahl und Zauberei.




Beschreibung der Stiftshütte (25–31)


Ab Kapitel 25 geht es um die Wohnung Gottes. Damals gab es noch keinen Tempel, sondern Gott zog als Wolken- bzw. Feuersäule vor dem Volk her. Nun sollte das Volk aber ein Zelt bauen, um einen Ort zu haben, an dem es Gott anbeten konnte. Zunächst wird das wichtigste Gerät dieses Zeltes beschrieben: die Bundeslade (25,10). Sie ist gewissermaßen der Thron Gottes. Sie sollte später im hinteren Bereich des Zeltes (dem Allerheiligsten) aufgestellt werden und durch einen Vorhang vor den Blicken der Priester geschützt sein. Die weiteren Geräte im Zelt sind der Schaubrottisch (25,23), der goldene Leuchter (25,31) und der Räucheraltar (30,1).


Wie die fertige Stiftshütte ausgesehen hat, ist im Titelbild dargestellt. Alle Geräte im Inneren des Zeltes sowie die Bretter, die die Seitenwände des Zeltes bildeten, waren mit Gold überzogen. Da das Heiligtum mobil war und viele Male ab- und wieder aufgebaut wurde, hatten alle Geräte Tragestangen.


In Kapitel 26 sind die Abmessungen der einzelnen Teile des Zeltes Gottes bis ins kleinste Detail beschrieben. In Kapitel 27 findet sich die Anleitung für den Brandopferaltar und die Umzäunung, die den Vorhof der Stiftshütte vom restlichen Land trennte. Schließlich wird in Kapitel 30 das eherne Becken beschrieben, das zur Reinigung der Priester diente und zwischen Brandopferaltar und Eingang des Zeltes stand. Am Ende dieser Kapitel lesen wir:


2Mo 31,18:Und als er mit Mose auf dem Berg Sinai zu Ende geredet hatte, gab er ihm die beiden Tafeln des Zeugnisses, Tafeln aus Stein, beschrieben mit dem Finger Gottes.




Sünde – Fürbitte  Gnade  Erneuerung des Bundes (32–34)


Mose verbrachte 40 Tage auf dem Berg Horeb und sprach mit Gott. Gott zeigte ihm den Tempel Gottes im Himmel, der als Vorbild für das Zelt Gottes auf Erden dienen sollte. Wie reagierte das Volk, als Gott ihm durch Mose seinen Bund anbot? Das Volk, das in Kapitel 24 noch bekräftigt hatte: „Alles, was der HERR gesagt hat, das wollen wir tun und darauf hören!“, hatte nach dieser kurzen Zeit bereits seine Meinung völlig geändert. Am 39. Tag sprach es zu Aaron:


2Mo 32,1b:Auf, mache uns Götter, die uns vorangehen sollen! Denn wir wissen nicht, was mit diesem Mann Mose geschehen ist, der uns aus dem Land Ägypten heraufgeführt hat.


Gott gab seinem Volk das Gesetz. Doch noch bevor die Gesetzestafeln unten am Berg angekommen waren, hatte das Volk das Gesetz übertreten und den Bund gebrochen. Und was noch erstaunlicher war: Aaron ging auf die Bitte des Volkes ein. Er nahm vom Volk allerlei goldenen Schmuck und goss daraus ein goldenes Kalb (32,4). Außerdem baute er einen Altar und rief für den nächsten Tag ein „Fest für den Herrn“ aus. Das Fest war in vollem Gange, als Mose mit den beiden Gesetzestafeln vom Berg herabstieg. Als er das Treiben sah, entbrannte sein Zorn. Er zerbrach die Gesetzestafeln und verbrannte das goldene Kalb mit Feuer. Im übertragenen Sinn werden hier Gottes Langmut und Gnade deutlich. Denn durch das Zerbrechen der Gesetzestafeln nimmt Gott das Gesetz gewissermaßen vorübergehend wieder zurück. So kann er das Volk weitgehend ungestraft lassen.


Dennoch werden 3.000 Menschen aus dem Volk als Gericht getötet. Aufgrund der Demütigung des Volkes (33,4) und der Fürbitte des Mose ist Gott gnädig und verschont den Rest des Volkes. In Kapitel 34 lesen wir von der Erneuerung des Bundes. Gott gibt Mose zwei neue Steintafeln mit den Zehn Geboten.


2Mo 34,28:Und [Mose] war dort bei dem HERRN 40 Tage und 40 Nächte lang und aß kein Brot und trank kein Wasser. Und Er schrieb die Worte des Bundes auf die Tafeln, die zehn Worte.



 

Bau und Einweihung der Stiftshütte (35–40)


Nachdem der Bund zwischen Gott und dem Volk Israel geschlossen wurde, begann Mose mit dem Bau der Stiftshütte. In den Kapiteln 36–39 wird die Herstellung der einzelnen Gegenstände und der Priestergewänder beschrieben. Dabei wurden einzelne Passagen wörtlich aus den Kapiteln 25 und 26 übernommen.


Was genau soll die Stiftshütte darstellen? Die gesamte Stiftshütte mit all ihren Einzelheiten ist ein Abbild dessen, was im Himmel ist. Deshalb kann alles in ihr auf Gott und auf Jesus Christus gedeutet werden.



Typologie der Stiftshütte:

  • Die Bundeslade
    • (a) der Thron Gottes
    • (b) ein Vorbild auf den Herrn Jesus: Gesetz, Manna und Stab.
    • (c) Christus ist unser Herr.
  • Der Schaubrottisch:
    • Christus ist unser Halt, unsere Gemeinschaft und unsere Speise.
  • Der Leuchter:
    • Christus ist unser Licht.
  • Der Räucheraltar:
    • Christus ist unser Fürsprecher (Weihrauch ein Bild der Anbetung).
  • Das Waschbecken:
    • Reinigung durch Gottes Wort (Eph. 5,27).
  • Der Brandopferaltar:
    • Das Kreuz, an dem der Herr Jesus sich selbst zum Opfer gab.
  • Das Salböl:
    • Der Heilige Geist, der uns zum Dienst befähigt.
  • noch vieles mehr …

– Häufige Fragen –

Die „Zehn Gebote“ Gottes:
Veraltete Forderungen oder noch immer aktuell?

 

Die Menschen unterliegen einem schweren Irrtum, wenn sie vom „Brechen der Zehn Gebote“ sprechen. Die Geschichte zeigt eindrucksvoll, dass es die Menschen waren, die an den Zehn Geboten „zerbrachen“. Ungeachtet aller Streitigkeiten über die Auslegung und Anwendung der Zehn Gebote stellen sie den absoluten und unveränderlichen Maßstab Gottes dar.


Der Titel „Zehn Gebote“ stammt von Mose (2Mo 34,28). Gott selbst hat die Zehn Gebote gesprochen und aufgeschrieben. Damit werden alle Theorien zurückgewiesen, Israel habe Rechtsgrundsätze und Vorschriften von Nachbarvölkern übernommen.


Die Zehn Gebote lassen sich in zwei Hauptkategorien einteilen:

  • Gebote 1–4: Die Vertikale – Das Verhältnis des Menschen zu Gott
  • Gebote 5–10: Die Horizontale – Das Verhältnis der Menschen untereinander

Die Zehn Gebote garantieren eine echte und reine Theologie sowie einen aufrichtigen Gottesdienst. Darüber hinaus bieten sie idealen Schutz für den Namen Gottes, den Sabbat, die Ehre der Familie, das Leben, die Ehe, das Eigentum, die Wahrheit und jede Form von Tugend.


(Aus: John F. MacArthur, Basisinformationen zur Bibel, CLV-Verlag)

 – Kurzvideo –

 
 

– Online-Bibelkreis –

Jeden zweiten Sonntag von 20:00 bis 21:30 Uhr  

 

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