Gottes Bund mit Israel (19–24) |
Das Volk Israel wanderte etwa drei Monate durch die Wüste, bis es am Berg Horeb ankam. Während das Volk unten im Tal lagerte, stieg Mose „hinauf zu Gott“ (19,3). Zunächst richtete Gott einleitende Worte an Mose. Gott wollte mit dem Volk Israel einen Bund schließen.
Die Bedingung dafür war, dass sie die Gebote und Rechtsbestimmungen Gottes hielten. Wenn sie diese Bedingungen einhalten würden, versprach Gott ihnen zweierlei:
2Mo 19,5b: „Ihr sollt vor allen Völkern mein besonderes Eigentum sein.“
2Mo 19,6: „Ihr aber sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein!“
Diese Aussage findet sich übrigens auch im Neuen Testament, wo sie an die Gemeinde Christi gerichtet ist:
1Pet 2,9: „Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk, ein Volk des Eigentums (…)“
Nach diesen einleitenden Worten gibt Gott Mose in Kapitel 20 die Zehn Gebote:
- Du sollst keine anderen Götter neben mir haben!
- Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen!
- Du sollst den Namen des Herrn nicht missbrauchen!
- Du sollst den Sabbat halten!
- Du sollst Vater und Mutter ehren!
- Du sollst nicht töten!
- Du sollst nicht ehebrechen!
- Du sollst nicht stehlen!
- Du sollst nicht falsch Zeugnis reden!
- Du sollst nicht begehren!
Würden sich die Menschen heute wenigstens an diese zehn Gebote halten, bliebe uns viel Leid erspart! In den Kapiteln 21 bis 24 finden sich noch viele weitere Rechtsbestimmungen, an die sich die Israeliten halten sollten. Vom Umgang mit Sklaven über Totschlag und Schadenersatz bis hin zu Diebstahl und Zauberei.
| Beschreibung der Stiftshütte (25–31) |
Ab Kapitel 25 geht es um die Wohnung Gottes. Damals gab es noch keinen Tempel, sondern Gott zog als Wolken- bzw. Feuersäule vor dem Volk her. Nun sollte das Volk aber ein Zelt bauen, um einen Ort zu haben, an dem es Gott anbeten konnte. Zunächst wird das wichtigste Gerät dieses Zeltes beschrieben: die Bundeslade (25,10). Sie ist gewissermaßen der Thron Gottes. Sie sollte später im hinteren Bereich des Zeltes (dem Allerheiligsten) aufgestellt werden und durch einen Vorhang vor den Blicken der Priester geschützt sein. Die weiteren Geräte im Zelt sind der Schaubrottisch (25,23), der goldene Leuchter (25,31) und der Räucheraltar (30,1).
Wie die fertige Stiftshütte ausgesehen hat, ist im Titelbild dargestellt. Alle Geräte im Inneren des Zeltes sowie die Bretter, die die Seitenwände des Zeltes bildeten, waren mit Gold überzogen. Da das Heiligtum mobil war und viele Male ab- und wieder aufgebaut wurde, hatten alle Geräte Tragestangen.
In Kapitel 26 sind die Abmessungen der einzelnen Teile des Zeltes Gottes bis ins kleinste Detail beschrieben. In Kapitel 27 findet sich die Anleitung für den Brandopferaltar und die Umzäunung, die den Vorhof der Stiftshütte vom restlichen Land trennte. Schließlich wird in Kapitel 30 das eherne Becken beschrieben, das zur Reinigung der Priester diente und zwischen Brandopferaltar und Eingang des Zeltes stand. Am Ende dieser Kapitel lesen wir:
2Mo 31,18: „Und als er mit Mose auf dem Berg Sinai zu Ende geredet hatte, gab er ihm die beiden Tafeln des Zeugnisses, Tafeln aus Stein, beschrieben mit dem Finger Gottes.“
Sünde – Fürbitte – Gnade – Erneuerung des Bundes (32–34)
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Mose verbrachte 40 Tage auf dem Berg Horeb und sprach mit Gott. Gott zeigte ihm den Tempel Gottes im Himmel, der als Vorbild für das Zelt Gottes auf Erden dienen sollte. Wie reagierte das Volk, als Gott ihm durch Mose seinen Bund anbot? Das Volk, das in Kapitel 24 noch bekräftigt hatte: „Alles, was der HERR gesagt hat, das wollen wir tun und darauf hören!“, hatte nach dieser kurzen Zeit bereits seine Meinung völlig geändert. Am 39. Tag sprach es zu Aaron:
2Mo 32,1b: „Auf, mache uns Götter, die uns vorangehen sollen! Denn wir wissen nicht, was mit diesem Mann Mose geschehen ist, der uns aus dem Land Ägypten heraufgeführt hat.“
Gott gab seinem Volk das Gesetz. Doch noch bevor die Gesetzestafeln unten am Berg angekommen waren, hatte das Volk das Gesetz übertreten und den Bund gebrochen. Und was noch erstaunlicher war: Aaron ging auf die Bitte des Volkes ein. Er nahm vom Volk allerlei goldenen Schmuck und goss daraus ein goldenes Kalb (32,4). Außerdem baute er einen Altar und rief für den nächsten Tag ein „Fest für den Herrn“ aus. Das Fest war in vollem Gange, als Mose mit den beiden Gesetzestafeln vom Berg herabstieg. Als er das Treiben sah, entbrannte sein Zorn. Er zerbrach die Gesetzestafeln und verbrannte das goldene Kalb mit Feuer. Im übertragenen Sinn werden hier Gottes Langmut und Gnade deutlich. Denn durch das Zerbrechen der Gesetzestafeln nimmt Gott das Gesetz gewissermaßen vorübergehend wieder zurück. So kann er das Volk weitgehend ungestraft lassen.
Dennoch werden 3.000 Menschen aus dem Volk als Gericht getötet. Aufgrund der Demütigung des Volkes (33,4) und der Fürbitte des Mose ist Gott gnädig und verschont den Rest des Volkes. In Kapitel 34 lesen wir von der Erneuerung des Bundes. Gott gibt Mose zwei neue Steintafeln mit den Zehn Geboten.
2Mo 34,28: „Und [Mose] war dort bei dem HERRN 40 Tage und 40 Nächte lang und aß kein Brot und trank kein Wasser. Und Er schrieb die Worte des Bundes auf die Tafeln, die zehn Worte.“
| Bau und Einweihung der Stiftshütte (35–40) |
Nachdem der Bund zwischen Gott und dem Volk Israel geschlossen wurde, begann Mose mit dem Bau der Stiftshütte. In den Kapiteln 36–39 wird die Herstellung der einzelnen Gegenstände und der Priestergewänder beschrieben. Dabei wurden einzelne Passagen wörtlich aus den Kapiteln 25 und 26 übernommen.
Was genau soll die Stiftshütte darstellen? Die gesamte Stiftshütte mit all ihren Einzelheiten ist ein Abbild dessen, was im Himmel ist. Deshalb kann alles in ihr auf Gott und auf Jesus Christus gedeutet werden.
Typologie der Stiftshütte:
- Die Bundeslade
- (a) der Thron Gottes
- (b) ein Vorbild auf den Herrn Jesus: Gesetz, Manna und Stab.
- (c) Christus ist unser Herr.
- Der Schaubrottisch:
- Christus ist unser Halt, unsere Gemeinschaft und unsere Speise.
- Der Leuchter:
- Christus ist unser Licht.
- Der Räucheraltar:
- Christus ist unser Fürsprecher (Weihrauch ein Bild der Anbetung).
- Das Waschbecken:
- Reinigung durch Gottes Wort (Eph. 5,27).
- Der Brandopferaltar:
- Das Kreuz, an dem der Herr Jesus sich selbst zum Opfer gab.
- Das Salböl:
- Der Heilige Geist, der uns zum Dienst befähigt.
- noch vieles mehr …