Was Jesus getan hat (1–2) |
Nach den einleitenden Worten finden wir in Kapitel 1 das apostolische Gebet des Paulus (1,9–12). Paulus betet, dass die Kolosser in der Erkenntnis und in den Werken des Glaubens wachsen mögen. Ab Vers 15 stellt Paulus den Kolossern die Herrlichkeit Christi vor Augen. Besonders interessant ist Vers 16, in dem es heißt, dass Gott durch Jesus Christus Himmel, Erde und die Engelwesen geschaffen hat. Da Jesus alles geschaffen hat, ist er auch der Herrscher über alles.
Dieser Jesus, der in seine eigene Schöpfung gekommen ist, ist auch das „Haupt des Leibes, der Gemeinde“ (1,18). Durch seinen Tod am Kreuz hat Jesus Frieden zwischen Gott und den Menschen gestiftet: „Wenn ihr nämlich im Glauben gegründet und fest bleibt und euch nicht abbringen lasst von der Hoffnung des Evangeliums“ (1,23).
Auf diese Gefahr des „Abbringenlassens“ geht Paulus im zweiten Kapitel näher ein. Er warnt ausdrücklich davor, sich auf menschliche Weisheit zu verlassen. Vielmehr sollen die Kolosser allein auf Christus vertrauen, denn nur er hat sie aus ihrem geistlich toten Zustand errettet.
Kol 2,8: „Habt acht, dass euch niemand beraubt durch die Philosophie und leeren Betrug, gemäß der Überlieferung der Menschen, gemäß den Grundsätzen der Welt und nicht Christus gemäß.“
Kol 2,13–14: „Er hat auch euch, die ihr tot wart in den Übertretungen und dem unbeschnittenen Zustand eures Fleisches, mit ihm lebendig gemacht, indem er euch alle Übertretungen vergab; 14 und er hat die gegen uns gerichtete Schuldschrift ausgelöscht, die durch Satzungen uns entgegenstand, und hat sie aus dem Weg geschafft, indem er sie ans Kreuz heftete.“
Wenn wir also unser Vertrauen auf Christus setzen, dürfen wir nicht gleichzeitig unser Vertrauen auf menschliche Gebote, wie Speisevorschriften oder das Halten bestimmter Tage, setzen (2,16). Schließlich sind wir „mit Christus den Grundsätzen der Welt gestorben“ (2,20).
Der „christliche Kleiderschrank“ (3) |
In Kapitel 3 richtet Paulus den Blick auf das neue Leben der Gläubigen. Durch den Glauben an Jesus Christus hast du „den alten Menschen ausgezogen (…) und den neuen angezogen“ (3,9–10). Der neue Mensch kennt keine Unterschiede mehr zwischen Juden und Heiden, zwischen verschiedenen Kulturen oder sozialen Stellungen. In Christus sind wir alle zu einem neuen Leib zusammengefügt.
Die weiteren Verse dieses Kapitels füllen die Aussage „den neuen Menschen anziehen“ mit Leben. Paulus zählt eine ganze Reihe von Eigenschaften auf, die wir als Gottes Auserwählte, Heilige und Geliebte anziehen sollen (3,12). Dieser Abschnitt wird zu Recht als christlicher Kleiderschrank bezeichnet.
- In den Versen 12–17 geht es um unser persönliches Verhalten.
- In den Versen 18–25 geht es um unser Verhalten in Familie und Beruf.
Kol 3,23: „Und alles, was ihr tut, das tut von Herzen, als für den Herrn und nicht für Menschen.“
Wenn du in Zukunft an den Kolosser-Brief denkst, denke bitte immer an den „christlichen Kleiderschrank“ und bediene dich reichlich daraus. :-)
In Kapitel 4 finden wir zunächst einige weitere Ermahnungen:
- Seid ausdauernd im Gebet (4,2)
- Wandelt in Weisheit (4,5)
- Kauft die Zeit aus (4,5)
- Euer Wort sei allezeit in Gnade und mit Salz gewürzt (4,6)
Ab Vers 7 lesen wir den abschließenden Gruß des Paulus. Der Brief selbst wurde den Kolossern von Tychikus überbracht. Tychikus reiste aber nicht allein, sondern war in Begleitung von Onesimus. Die Erwähnung des Namens „Onesimus“ (4,9) weist auf die schöne Geschichte hin, die wir im Philemon-Brief lesen werden. Onesimus war ein entlaufener Sklave, der versuchte, einer Bestrafung zu entgehen, indem er nach Rom floh. Irgendwie kam er mit Paulus in Kontakt, der ihn auf Christus hinwies.
Nun wird Onesimus zu seinem früheren Herrn Philemon nach Kolossä zurückkehren, während Tychikus den Brief der Gemeinde in Kolossä überbringen wird. Man stelle sich die Aufregung der Gläubigen in Kolossä vor, als die beiden Brüder mit Briefen des Paulus ankamen. Zweifellos würde man bis spät in die Nacht aufbleiben, um nach den Umständen der Gefangenschaft in Rom zu fragen und von Paulus’ Mut im Dienst für seinen Heiland zu hören.