(1) Lehre: Gerechtigkeit aus Glauben (1–8) |
Nach einer kurzen Einleitung behandelt Paulus in Kapitel 1 das Problem der Sünde. Zunächst wendet er sich an die Überheblichen (1,22–32). In Kapitel 2 wendet er sich an die Moralisten (2,1–16) sowie an die Juden (2,17–29). In Kapitel 3 stellt Paulus die Gerechtigkeit Gottes und die Sündhaftigkeit der Menschen heraus.
Röm 3,12: „Sie sind alle abgewichen, sie taugen alle zusammen nichts; da ist keiner, der Gutes tut, da ist auch nicht einer!“
Dann zeigt er eine Lösung des Sündenproblems auf (Röm 3,21 ff.): Der Mensch wird durch den Glauben gerechtfertigt, nicht durch Werke des Gesetzes. Dieser Gedanke der Rechtfertigung aus Glauben wird in Kapitel 4 weiter ausgeführt und am Beispiel Abrahams erläutert. In Kapitel 5 werden Adam und Jesus einander gegenübergestellt.
Röm 5,19: „Denn gleichwie durch den Ungehorsam des einen Menschen die Vielen zu Sündern gemacht worden sind, so werden auch durch den Gehorsam des Einen die Vielen zu Gerechten gemacht.“
In Kapitel 6 beginnt Paulus mit dem Bild der Taufe. Alle, die auf Jesus Christus getauft sind, sind in seinen Tod getauft. Durch die Taufe sind wir also mit Jesus Christus begraben worden und durch seine Auferstehung dürfen wir in einem neuen Leben wandeln.
Röm 6,11: „Haltet euch selbst dafür, dass ihr für die Sünde tot seid, aber für Gott lebt in Christus Jesus, unserem Herrn!“
Wie wir einst der Sünde gedient haben, so sind wir nun berufen, Gott in Gerechtigkeit zu dienen. Die Kapitel 7 und 8 vertiefen das Thema der Sünde. Obwohl wir der Sünde gestorben sind, scheint sie in unserem Leben noch viel zu oft lebendig zu sein. Wie gut, dass Paulus uns trotz aller Schwierigkeiten versichert:
Röm 8,1: „So gibt es jetzt keine Verdammnis mehr für die, welche in Christus Jesus sind, die nicht gemäß dem Fleisch wandeln, sondern gemäß dem Geist.“
(2) Historie: Die Stellung Israels (9–11) |
In den Kapiteln 9 bis 11 geht es um die Stellung Israels. Ursprünglich war das Gesetz nur für Israel bestimmt und nicht für die Heiden. Die Stammväter Abraham, Isaak und Jakob waren von Gott erwählt, während die anderen Völker getrennt von Gott lebten. Die frohe Botschaft von Jesus Christus gilt jedoch allen Menschen. Ein großer Teil der Juden lehnte den Messias ab. Sie wurden deshalb aus dem Ölbaum (Segensbereich Gottes) „ausgebrochen“ (Röm 11,17). An ihrer Stelle wurden wilde Ölzweige (Nichtjuden bzw. Heiden) „eingepfropft“.
Röm 11,25: „Denn ich will nicht, meine Brüder, dass euch dieses Geheimnis unbekannt bleibt, damit ihr euch nicht selbst für klug haltet: Israel ist zum Teil Verstockung widerfahren, bis die Vollzahl der Heiden eingegangen ist.“
Gott hat sein Volk nicht verstoßen. Weil es jedoch den Messias verworfen hat, hat es seine Vorrangstellung vor allen Völkern verloren. Von jetzt an sind Juden und Heiden in Bezug auf das Heil gleichgestellt. Die Erlösung geschieht für Juden und Heiden allein durch den Glauben an das stellvertretende Opfer Jesu Christi für unsere Sünden. Es gibt keinen anderen Weg zu Gott.
(3) Praxis: Praktische Auswirkungen (12–15) |
Ab Kapitel 12 beginnt der praktische Teil des Briefes. Welche Auswirkungen haben die im ersten Teil des Briefes genannten Tatsachen auf das christliche Leben? Zunächst sollen wir unser Leben „als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer darbringen“ (Röm 12,1). In den Versen 9–21 zählt Paulus eine ganze Reihe von Wirkungen auf, die der Heilige Geist in unserem Leben entfalten soll. In Kapitel 13 weist Paulus die Christen an, sich den staatlichen Regierungen unterzuordnen – sofern die Gesetze nicht gegen das Wort Gottes verstoßen.
All diese „guten Werke“ tut der Christ nicht, um gerettet zu werden, sondern weil er gerettet ist. Es geht um eine gute Vater-Sohn- bzw. Vater-Tochter-Beziehung, in der wir dem Willen unseres geistlichen Vaters gerne gehorchen. Diese Beziehung ist von Liebe und nicht von Gehorsam geprägt. Paulus schreibt sogar:
Röm 13,10: „(…) So ist nun die Liebe die Erfüllung des Gesetzes.“
In Kapitel 14 geht es um zwischenmenschliche Beziehungen. Ein Christ soll „den Schwachen im Glauben annehmen, ohne über Gewissensfragen zu streiten“ (Röm 14,1). Wir sollen einander nicht richten oder verachten, denn wir werden alle vor dem „Richterstuhl des Christus“ stehen. Dort muss jeder für sein Leben vor Gott Rechenschaft ablegen.
Die beiden letzten Kapitel handeln von den Reiseplänen des Paulus sowie von Grüßen und Segenswünschen. Paulus schließt den Brief mit einem Lobpreis Gottes.
Röm 16,25–27: „Dem aber, der euch zu festigen vermag laut meinem Evangelium und der Verkündigung von Jesus Christus, gemäß der Offenbarung des Geheimnisses, das von ewigen Zeiten her verschwiegen war, 26 das jetzt aber offenbar gemacht worden ist und durch prophetische Schriften auf Befehl des ewigen Gottes bei allen Heiden bekannt gemacht worden ist zum Glaubensgehorsam 27 — ihm, dem allein weisen Gott, sei die Ehre durch Jesus Christus in Ewigkeit! Amen.“