Gott tröstet in Bedrängnis (1–2) |
Wie so oft beginnt Paulus seinen zweiten Brief an die Korinther mit einem Gruß und einem Segenswort. In Kapitel 1 berichtet er von den Bedrängnissen, in denen er und seine Mitarbeiter sich befinden. Paulus leidet jedoch nicht, weil er sich etwas hat zuschulden kommen lassen, sondern er erträgt die „Leiden des Christus“ (1,5), also den Gegenwind von Juden und Heiden gegen das Evangelium. Er dankt dem „Gott allen Trostes“ (1,3), der ihn auch in den schwierigsten Situationen reichlich tröstet.
In Kapitel 2 erklärt Paulus, warum er nicht wie geplant nach Korinth gereist ist. Er wollte den Gläubigen die unweigerlich auf seine Ermahnung folgende Trauer ersparen. Deshalb entschloss er sich, einen Brief zu schreiben. Die genauen Gründe für diese Ermahnungen nennt Paulus in den Versen 5–11. Dabei bezieht er sich in Vers 5 möglicherweise auf den Mann, der im 1. Korinther-Brief (Kapitel 5) eine schwere Sünde begangen hat. Offenbar haben die Gläubigen in Korinth diesen Mann aus der Gemeinde ausgeschlossen. Nun, da er Buße getan hat, sollen die Korinther ihn wieder aufnehmen und stärken.
Besonders schön sind die Verse 14–16, die unseren schwachen christlichen Dienst aus Gottes Perspektive beschreiben.
2Kor 2,15: „Denn wir sind für Gott ein Wohlgeruch des Christus unter denen, die gerettet werden, und unter denen, die verlorengehen.“
Die Herrlichkeit des Neuen Bundes (3–5) |
In Kapitel 3 vergleicht Paulus die Herrlichkeit des Neuen Bundes mit der des Alten Bundes. Schon der Alte Bund hatte eine Herrlichkeit, weshalb Mose sein Gesicht verhüllen musste (3,13; vgl. 2Mo 34,29 ff), damit sich das Volk nicht fürchtete. Wie viel größer ist die Herrlichkeit des Neuen Bundes in Jesus Christus!
2Kor 3,18: „Wir alle aber, indem wir mit unverhülltem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn anschauen wie in einem Spiegel, werden verwandelt in dasselbe Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, nämlich vom Geist des Herrn.“
Und weil das so ist, lässt sich Paulus trotz aller Bedrängnisse nicht entmutigen (Kapitel 4).
2Kor 4,16: „Darum lassen wir uns nicht entmutigen; sondern wenn auch unser äußerer Mensch zugrunde geht, so wird doch der innere Tag für Tag erneuert.“
Wie kann Paulus so denken? Indem er nicht auf dieses Leben, sondern auf die Ewigkeit schaut. Verglichen mit der ewigen Herrlichkeit ist jede zeitliche Bedrängnis „leicht“ (4,17).
So wie Paulus in Kapitel 3 den Alten und den Neuen Bund verglichen hat, so vergleicht er in Kapitel 5 den alten und den neuen Menschen. Wer sich zu Jesus Christus bekehrt, wird geistlich zu einer neuen Schöpfung (5,17). Ohne Jesus bin ich „durch Sünden und Übertretungen“ geistlich tot (vgl. Eph 2,1). Wenn aber Jesus Christus unsere Schuld bezahlt hat und durch seinen Heiligen Geist in uns lebt, dann haben wir das ewige Leben geschenkt bekommen. Dennoch müssen wir am Ende vor den „Richterstuhl des Christus“ treten (5,10). Wenn Gott uns aber gerecht gesprochen hat, brauchen wir dort nichts mehr zu fürchten.
Erlösung / Christliches Leben (6–7) |
Kapitel 6: Wenn du durch den Glauben an Jesus Christus eine neue Schöpfung geworden bist, dann ruft Paulus dich zur Absonderung auf.
2Kor 6,14: „Zieht nicht in einem fremden Joch mit Ungläubigen! Denn was haben Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit miteinander zu schaffen? Und was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis?“
Selbstverständlich sollen wir den Kontakt mit Ungläubigen nicht völlig meiden, da wir ihnen sonst die Frohe Botschaft nicht verkünden könnten. Wir sind jedoch aufgefordert, nicht mehr alles mitzumachen, was die Welt tut. Denn weil der Heilige Geist im Gläubigen wohnt, ist sein Leib ein „Tempel des lebendigen Gottes“ (6,16).
In Kapitel 7 drückt Paulus seine Freude darüber aus, dass sein erster Brief an die Korinther die Gemeinde „zur Buße betrübt hat“ (7,9). In seinem ersten Brief musste Paulus an einigen Stellen harte Kritik üben. Dies hat bei den Korinthern jedoch nicht zu einer negativen Form der Betrübnis geführt, sondern zu einer positiven, da sie Buße getan und die von Paulus angesprochenen Problempunkte bereinigt haben.
Die Kapitel 8 und 9 handeln von der Geldsammlung. Korinth war eine reiche Stadt, während die Gläubigen in Jerusalem Mangel litten. Paulus bittet die Korinther nun um einen finanziellen Ausgleich (8,13). In Kapitel 9 werden zwei Punkte genannt, die Spender beachten sollten:
2Kor 9,6: „Wer kärglich sät, der wird auch kärglich ernten; und wer im Segen sät, der wird auch im Segen ernten.“
2Kor 9,7: „Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb!“
Gemeindezucht / Paulus´ Autorität (10–11) |
Kapitel 10: Paulus hatte es vorgezogen, den Korinthern einen Brief zu schreiben, statt mit der Rute zu ihnen zu kommen. Diese Abwesenheit nahmen einige zum Anlass, seinen Dienst herabzuwürdigen. Er ermahnt sie, nicht auf das zu schauen, was vor Augen ist (10,7). Denn die Waffen eines Soldaten Jesu Christi sind nicht fleischlich (10,4).
In Kapitel 11 führt Paulus diesen Gedanken weiter aus. Zunächst warnt er vor falschen Aposteln, die einen anderen Jesus und ein anderes Evangelium verkünden.
2Kor 11,14: „Der Satan selbst verkleidet sich als ein Engel des Lichts.“
Dann kommt er auf seinen Dienst zu sprechen. Ja, er war ein Diener Christi und kann eine lange Liste von Leiden aufzählen, die er um des Evangeliums willen erduldet hat (11,24–27).
Paulus kommt vorbei (12–13) |
In Kapitel 12 erwähnt Paulus ein besonderes Ereignis, das ihn zweifelsfrei als Apostel bestätigt. Er wurde (vermutlich vor den Toren von Damaskus, als Jesus Christus ihm begegnete) in den dritten Himmel entrückt. Wie genau das geschah, kann er nicht sagen, aber er hörte dort „unaussprechliche Worte“, die kein Mensch sagen darf (12,3–4).
2Kor 12,7: „Und damit ich mich wegen der außerordentlichen Offenbarungen nicht überhebe, wurde mir ein Pfahl fürs Fleisch gegeben, ein Engel Satans, dass er mich mit Fäusten schlage, damit ich mich nicht überhebe.“
Was genau mit dem „Pfahl fürs Fleisch“ gemeint ist, darüber gehen die Meinungen auseinander. Auf jeden Fall sorgte dieser Pfahl dafür, dass Paulus sich aufgrund seiner Erscheinung nicht überhob.