Konzil in Jerusalem (15)
Paulus und Barnabas sind noch in Antiochia, als Leute aus Judäa kommen und verkünden, dass sich auch Heiden beschneiden lassen müssten, um gerettet zu werden. Die darauf folgende Auseinandersetzung führte dazu, dass Paulus und Barnabas nach Jerusalem zogen, um mit den dort anwesenden Aposteln zu besprechen, an welche Gesetze sich gläubige Nicht-Juden nun zu halten hätten.
Auch in Jerusalem kam es darüber zu einem Streit, der erst durch die Reden von Petrus und Jakobus beigelegt werden konnte. Schließlich einigte man sich darauf, dass sich die Heiden „von Götzenopfern und von Blut und vom Erstickten und von Unzucht“ fernhalten sollten (Apg 15,29).
Zweite Missionsreise (16–18)
Die zweite Missionsreise des Paulus beginnt in Kapitel 16. Zuvor kommt es jedoch zu einer schmerzlichen Trennung zwischen Paulus und Barnabas. Sie streiten darüber, ob Johannes Markus (der spätere Verfasser des Markus-Evangeliums) mitgenommen werden soll.
Paulus bricht daraufhin mit Silas auf und trifft in Lystra einen jungen Mann namens Timotheus, der ihn auf seiner weiteren Reise begleitet. Die Reisegesellschaft erhält einen göttlichen Ruf in die römische Kolonie Philippi im heutigen Griechenland – das Evangelium kommt somit zum ersten Mal nach Europa. Dort begegnet Paulus der Purpurhändlerin Lydia. Nach einer Dämonenaustreibung gerät Paulus mit der örtlichen Volksmenge in Konflikt, wird inhaftiert, aber bereits am nächsten Tag wieder freigelassen.
Apg 16,14: „Und eine gottesfürchtige Frau namens Lydia, eine Purpurhändlerin aus der Stadt Thyatira, hörte zu; und der Herr tat ihr das Herz auf, sodass sie aufmerksam achtgab auf das, was von Paulus geredet wurde.“
Kapitel 17 beschreibt die Weiterreise des Paulus durch Thessalonich. Aufgrund eines Aufstandes gegen ihn muss er jedoch bald nach Beröa weiterreisen. Schließlich gelangt er nach Athen, wo er auf dem Areopag das Evangelium verkündet.
Apg 17,30: „Nun hat zwar Gott über die Zeiten der Unwissenheit hinweggesehen, jetzt aber gebietet er allen Menschen überall, Buße zu tun.“
Als letzte Station seiner Reise erreichen Paulus und seine Begleiter in Kapitel 18 die reiche Handelsstadt Korinth. Dort begegnen sie Aquila und Priscilla, die später für Paulus ihr Leben riskieren (Röm 16,3) und in ihrem Haus eine Gemeinde haben. Hier wird Paulus in besonderer Weise gedrängt, „den Juden zu bezeugen, dass Jesus der Christus ist“ (Apg 18,5). Die darauf folgende Auseinandersetzung führt schließlich zu der äußerst harten Aussage des Paulus:
Apg 18,6: „Euer Blut sei auf eurem Haupt! Ich bin rein davon; von nun an gehe ich zu den Heiden!“
Später in diesem Kapitel beendet Paulus seine zweite Missionsreise und kehrt nach Antiochia zurück.
Dritte Missionsreise (19–20)
Doch schon einen Abschnitt später (Apg 18,23) bricht Paulus erneut auf, um seine dritte und letzte Missionsreise zu beginnen.
Er bleibt drei Jahre in Ephesus, wo viele Menschen zum Glauben kommen (Kapitel 19). Schließlich kommt es auch dort zu Unruhen und Paulus muss weiterziehen. So gelangt er in Kapitel 20 nach Troas, wo er den aus dem Fenster gestürzten Eutychus wieder zum Leben erweckt. Danach reist er nach Milet weiter , wo er erneut mit den Ältesten von Ephesus zusammentrifft.
Apg 20,28: „So habt nun acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in welcher der Heilige Geist euch zu Aufsehern gesetzt hat, um die Gemeinde Gottes zu hüten, die er durch sein eigenes Blut erworben hat!“
Hinweis:
Ganz am Ende der Bibel finden sich einige Landkarten, auf denen die Missionsreisen des Paulus eingezeichnet sind. Mit der Landkarte vor Augen kann man sich vielleicht besser vorstellen, welche Anstrengungen Paulus auf sich genommen hat, um all diese Orte ohne Auto, Flugzeug oder Motorboot zu erreichen.