3: Der Bote des Herrn und der Messias |
Der kommende Tag des Herrn (3,1–6)
Nun antwortet Gott auf die ruchlose Herausforderung aus dem letzten Vers des vorherigen Kapitels („Wo ist denn der Gott des Gerichts?“). „Siehe“, ich werde euch meinen „Boten“ (hebr. Maleachi) schicken, und ich werde unmittelbar auf ihn folgen. Das Kommen des Herrn wird nicht für alle Menschen ein „Happy End“ sein, sondern der Tag des Gerichts! Nach diesem Gericht wird ein Überrest in Juda und Jerusalem übrigbleiben, der dem Herrn mit seiner Opfergabe gefallen wird.
Mal 3,2: „Wer aber wird den Tag seines Kommens ertragen, und wer wird bestehen, wenn er erscheint? Denn er ist wie das Feuer des [Silber-]Schmelzers und wie die Lauge der Wäscher.“
Das Volk hat Gott beraubt (3,7–12)
Das Volk hat den Herrn beraubt, indem es den vorgeschriebenen Zehnten nicht gegeben hat. Dieser war im Gesetz Moses verankert und diente der Finanzierung des Dienstes am Heiligtum Gottes. Zudem ermöglichte er die Unterstützung der Ärmsten im Volk.
Mal 3,10: „Bringt den Zehnten ganz in das Vorratshaus, damit Speise in meinem Haus sei, und prüft mich doch dadurch, spricht der HERR der Heerscharen, ob ich euch nicht die Fenster des Himmels öffnen und euch Segen in überreicher Fülle herabschütten werde!“
Der Unterschied zwischen Gerechten und Ungerechten (3,13–21)
Es gibt einen klaren Unterschied zwischen falschen Bekennern und wahren Gläubigen. Aus Sicht der falschen Bekenner ist es umsonst, dem Herrn zu dienen. Doch der Herr kennt uns alle vollkommen. Ihm können wir nichts vormachen. Er sieht diejenigen, die sich „miteinander besprechen", weil sie den Herrn fürchten (3,16). Es sind die echten Gläubigen, die auch unter großem Druck und Verfolgung entschlossen sind, am Herrn festzuhalten. Gott notiert sich die Namen dieser Leute in ein Gedenkbuch. Er wird sie nicht vergessen und sie werden am letzten Tag offenbar werden.
Am Gerichtstag wird die große Trennung erfolgen. Dieser Tag wird schrecklich sein und im Feuer geoffenbart werden (3,19). Alle Gesetzlosen, Übermütigen und Ungläubigen werden wie Stoppeln auf dem Feld verbrennen. Den Gläubigen hingegen wird die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen (3,20). Für die Leute zur Zeit Maleachis wies das Prophetenwort zunächst auf das kommende Gericht über den Tempel in Jerusalem hin.
Mal 3,20: „Euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet, wird die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen, und Heilung [wird] unter ihren Flügeln [sein]; und ihr werdet herauskommen und hüpfen wie Kälber aus dem Stall!“
Der Prophet Elia (3,22–24)
In den letzten Versen wird dem Volk ein klarer Vorbote des kommenden Untergangs angekündigt. Wenn dieser Bote auftritt, wird das Volk erkennen, dass das Reich Gottes nahe herbeigekommen ist und die Zeit der Entscheidung gekommen ist.
Sie alle kannten aus der Geschichte Israels den Propheten Elia, der im Nordreich zur Zeit Ahabs und Isebels darauf hinwies, dass es einen gerechten und richtenden Gott gibt. Dieser Gott griff dann auch nachdrücklich ein. Und dieser Gott wird nun noch einmal einen Propheten wie Elia senden. Dieser zweite Prophet wird wie Elia aussehen, wie Elia leben und wie Elia reden. Er wird aus der Einsamkeit heraustreten und das Volk ansprechen.
Mal 3,23–24: „Siehe, ich sende euch den Propheten Elia, ehe der große und furchtbare Tag des HERRN kommt; 24 und er wird das Herz der Väter den Kindern und das Herz der Kinder wieder ihren Vätern zuwenden, damit ich bei meinem Kommen das Land nicht mit dem Bann schlagen muss!“
Der zweite Prophet im Geist und in der Kraft Elias war Johannes der Täufer. Er selbst wusste nicht, dass er der „zweite Elia“ war, denn er bekannte es nicht, als er danach gefragt wurde. Er taufte mit Wasser zur Buße und wies auf den nach ihm Kommenden hin, auf Jesus Christus, der mit Heiligem Geist und Feuer taufen würde.
Jesus sagte in Mt 11: „Wenn ihr es annehmen wollt.“ Aber sie wollten es nicht. Sowohl der Bote als auch der Herr des Bundes wurden verworfen und umgebracht. Für uns als heutige Gläubige steht fest: Elia ist schon gekommen. Wir brauchen ihn nicht noch einmal zu erwarten. Wenn wir den Herrn gefunden haben und errettet sind, dann brauchen wir nur noch auf ihn zu warten und nicht mehr auf einen dritten Elia.
Abschluss der Bibellese
Das Buch Maleachi wird auch das „Buch der frechen Fragen“ genannt. Und das aus gutem Grund: Nirgendwo sonst in der Bibel werden so viele Fragen an Gott gestellt. Natürlich ist es gut, wenn wir zu Gott ehrlich sind, ihm unser Herz ausschütten und ihm Fragen stellen, wenn wir eine Situation nicht verstehen. Die Fragen zur Zeit Maleachis waren jedoch nicht ernst gemeint, sondern einfach frech. Hätten sich die Menschen ein wenig mit den Schriften des Alten Testaments auseinandergesetzt, hätten sie den größten Teil ihrer Fragen leicht selbst beantworten können. Eigentlich wollten sie gar keine Antwort von Gott hören. Sie wollten ihre eigenen Wege gehen und nutzten die Fragen nur als Vorwand, um ihre bösen Taten zu rechtfertigen.
Wir haben im letzten Jahr das gesamte Alte Testament durchgelesen. Daher hoffe ich, dass du auf jede dieser Fragen eine klare biblische Antwort parat hast. Solltest du noch Unklarheiten haben, kannst du mich gerne per E-Mail kontaktieren.